WMHH #30 - Von Docks und Containern

06.10.2014 - Tom T. Köhler - Abendfarben

Ein typisch Hamburger Webmontag. Willkommen in der Coder-Hölle. Das war mein erster Gedanke, als ich das Thema des Abends las. Ruby-Entwickler, Dokker Deployments, SAP on Rails – bitte wie, bitte was? Aber was ein echter Webmontag-Berichter ist, der scheut nicht den Gang in unbekannte Welten voller kryptischer Zeichen. Und so taten es auch dreißig andere Mutige. Der Hamburger Webmontag bei WerLiefertWas am 29.09.22014 konnte beginnen.

Dokker und Container

Den (erleichterten) Einstieg in die Welt der Coder machte Wojciech Pietrzak. Der freundliche Mensch mit dem unaussprechlichen Namen nutzte den Hamburgern geläufige Begriffe. Ein System namens Dokker mit seinen Containern leistet das Unmögliche. Der Transfer vom heiligen Laptop des Entwicklers auf die Produktionsserver holpert zu gern. Zitat: „Auf Deinem Laptop läuft es. Speichere Deine E-Mails woanders, der Laptop geht in die Produktion.“ Das kann Dokker vermeiden. In dem es Prozesse aufsplittet und in Container packt. Wenn nun etwas geändert werden soll, greift Mensch nur in einen Container, aber nicht in das ganze System. Never change a running system? Doch! Geht! Die Begeisterung war Wojciech deutlich anzusehen. Er war der Kapitän der Schiffes mit drölfzig Containern und er steuerte den Kahn ganz gelassen durch alle Untiefen.

Wer liefert was?

Staunend erfuhr das pixelige Auditorium von Jens Hinrichs, Head of Webdevelopment bei „Wer liefert was“, das Alter. Nicht das von Jens, sondern von seinem Brötchengeber. Die gute alte Tante WLW ist stolze 83 Jahre alt. Wie das? WLW gab es schon in den Dreißigern des vergangenen Jahrhunderts. Damals als Heftchen, später als pfundigen Katalog mit 48.000 Stichwörtern, 10.000 Seiten in sechs Bänden und stolzen 16 Kilogramm Gewicht. Heute stemmen 180 Mitarbeiter den digitalen Sucher. Sehr erfolgreich: Es sind 500.000 Lieferanten gelistet.

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Oh Datenbank, oh Datenbank!

Nun kann sich nicht nur der Besucher des Webmontag, sondern auch Lieschen Müller an den Fingern abzählen, dass diese Datenbank eine MONSTERDATENBANK ist. Deren Handling ist so fluffig, wie einen Öltanker an den Landungsbrücken vorbei zu schlängeln. Davon konnte Jens auch ein Liedchen singen – also im übertragenen Sinne. Es gab Zeiten, da dauerte das Backup der Datenbank stolze 6 Stunden. Und wehe, die Watt oder Volts schwankten! Heute ist das pillepalle. Der Jens schaukelt das mit einem Sinatra-Proxy (!), schickt einen Message Bus voller Pyton Script zum Frontend Framework. Das ganze sogar mit dem Bootstrap. Tja, da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich. Jedenfalls schnurrt die Datenbank heute, wie ein kleines Kätzchen und ist blitzeschnell. (http://t.co/K88Jq1Rp12)

Cineasten lassen grüßen

Ich glaub, ich bin im falschen Film. Was haben Filme und Bewertungen mit dem Webmontag zu tun? Das ist ganz einfach. Besonders für Steffen Moelter. Der ist Ruby Entwickler der Akra GmbH und zur Zeit bei „Wer liefert was“. Und als solcher datenbankelt er fröhlich vor sich hin. Um das zu illustrieren, berichtete er über ein Bewertungssystem. Dieses nutzt Graphen-Datenbanken. Die sind schneller, als bei einer relationalen Struktur. Und sie wuppen die Komplexität deutlich entspannter. Völlig logisch, dass als Technologie Jruby on Rails und neo4j als 'embedded database' benutzt wird. Das ganze läuft auf einem Soda Server. Der ist also so da. Nicht schlecht!

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Phiertel Philes

Nach all den Graphen, dem (Unge)Cypher und einer phiertel Million Philes phiff mein Koph dermaßen , dass ich phroh war, als es dem Ende zuging. Aber wieder einmal hat der Hamburger Webmontag Klasse bewiesen. Hier rockt die Compi-Szene, hier steppt der digitale Bär der Bundesrepublik. Auch das muss einmal festgehalten werden! Wir phreuen uns also auph den nächsten Webmontag und danken den Codern und WerLiefertWas für den tollen Abend.

PS: Der geneigte Leser, besonders der vom Fach, sehe mir meine laienhafte Beschreibung des Abends nach. Ich Schreiberling, nix Programmierer ;-)

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